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25.10.2019 - 15.02.2020

AugenWerk - Ørenslyd

Eine Ausstellung, Konzerte und Gespräche rund um das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst

Licht zerfällt in Spektralfarben, Klang in Sinustöne: Die Naturwissenschaft erklärt alles, doch ohne Wahrnehmung nutzt das nicht viel. Optische Experimente muss man ansehen, akustische muss man hören. Um das umzusetzen arbeiten am Tieranatomischen Theater (TA T) zwei bildende Künstler, ein Komponist, drei SängerInnen, ein Kontrabassist und ein Wissenschaftsphilosoph zusammen. Sie eint die Überzeugung, dass die Wissenschaft durch die Wahrnehmungskultur der Künste bereichert wird und daraus Neues erwachsen kann

Ørenslyd ist norwegisch und heißt "sich Gehör verschaffen". Der Osloer Komponist Edvin Østergaard distanziert sich von der technischen Zerlegung aller Klänge nach Helmholtz, um die im Gesamtklang verborgene Vielfalt einzelner Obertöne hörbar zu machen. Eigens für die Architektur des historischen Hörsaals im TA T komponierte er vier Werke für drei SängerInnen und einen Kontrabassisten, die die Vielfalt der Klangfarben von Stimme und Instrument hören lassen - eine Musikerfahrung in neuem Licht.
Hollows_in_Newtons_Garden.jpgDie Lichtinstallation "Hollows in Newtons Garden" schuf Ingo Nussbaumer mit mehreren Projektoren, Prismen und Auffangschablonen 2018 in der Galerie Marenzi. Foto: © Nina Gospodin.

AugenWerk - Sehen ist nicht nur eine rezeptive, sondern auch eine produktive Tätigkeit. Farben sind licht- und schattenhaft. Der Wiener Künstler Ingo Nussbaumer schafft im TA T Lichtinterventionen mit großen Wasserprismen: Die Welt der Spektralfarben erscheint in unerwarteten Verhaltensformen. Der Berliner Künstler Hubert Schmidleitner spinnt den Farbenfaden zurück ins Schattenreich. Seine schwebenden Schatten generieren Farben in einem Bewegungsraum.

AugenWerk - Ørenslyd wurde kuratiert von Olaf L. Müller, Professor für Naturphilosophie an der HU Berlin. In seiner Forschung zur Farbenlehre rehabilitierte er Goethe als Physiker (Mehr Licht, Fischer Verlag 2015). Vor kurzem erschien unter dem Titel Zu schön, um falsch zu sein seine Analyse der großen, aber rätselhaften Rolle, die dem Schönheitssinn in der Physik zukommt (Fischer Verlag 2019).


AugenWerk
Lichtinstallationen von Ingo Nussbaumer und Hubert Schmidleitner
25. Oktober 2019 - 15. Februar 2020
Ausstellungseröffnung: 24. Oktober 2019, 18:00 - 20:30
Eintritt frei

Ørenslyd
Von Edvin Østergaard
Uraufführung: 24. Oktober 2019, 21 - 22 Uhr
Weitere Aufführungen: 25. und 26. Oktober 2019, jeweils um 19 Uhr
Eintritt 10/8 Euro, Tickets an der Abendkasse und demnächst unter www.field-notes.berlin

Rahmenprogramm
Hörsaal im Tieranatomischen Theater
Eintritt frei
Freitag, 25.10.2019, 16.15 bis 17.45 Uhr
The Phenomenology of Audible Experiences. (English)
Gespräch über Phänomenologie, Klang, Helmholtz, Goethe, Vokalartikulation und -Komposition.

Samstag, 26.10.2019, 16.15 bis 17.45 Uhr
Eine sehr kurze Geschichte der Polarität.
Vortrag von Olaf Müller zum naturphilosophischen Hintergrund der Installationen und Konzerte, anschließend Diskussion.

Dienstag, 29.10.2019 bis Dienstag, 11.02.2020, jeweils 16.15 bis 17.45 Uhr
GegenSätze. Eine wissenschaftsgeschichtliche Reise zu den Experimenten der Querköpfe.
Vorlesungsreihe für die interessierte Öffentlichkeit mit Gästen aus Kunst, Physik, Wissenschaftsgeschichte und Philosophie.
Die Themen der einzelnen Vorlesungen werden bekanntgeben unter http://farbenstreit.de/gegensaetze/

Donnerstag, 15.02.2020, 18 - 22 Uhr
Finissage der Ausstellung AugenWerk. 
Künstlergespräch mit Ingo Nussbaumer, Hubert Schmidleitner, TBA. Moderation: Olaf Müller.

 
URL:  www.kulturtechnik.hu-berlin.de/de/content/augenwerk-orenslyd/


Zur Umkreissuche   Anschrift
Tieranatomisches Theater der Humboldt-Universität zu Berlin (Campus Nord)
Philippstr. 12/13, Haus 3
10115 Berlin - Mitte
 
 
 
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