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17.01.2018, 18:00 Uhr

"Zur Frage der Zerstörung und Rekonstruktion"

Prof Dr Horst Bredekamp.jpgProf. Dr. Horst Bredekamp lehrt und forscht seit einem Vierteljahrhundert er an der Humboldt-Universität und ist einer der Gründungsintendanten des Humboldt Forums. Am Mittwoch hält er in einem aus expressionistischen Zeiten stammenden Gewerbebau einen Vortrag über die Sinnhaftigkeit rekonstruierter Bauten, und das mit erfrischend positiver Zuwendung.

Ausgehend von Palmyra unterzieht der Professor die Weigerung, zerstörte Kulturgüter zu rekonstruieren, einer grundlegenden Kritik und verteidigt eine "kämpferische Rekonstruktion" in verschiedenen Spielarten. Zu seinen Beispielen zählt selbstverständlich das Humboldt Forum - der Entschluss zur Wiedererrichtung des Berliner Schlosses war auch als eine Negation seiner Sprengung 1950 gedacht.

Diese Überlegungen stehen im weitesten Rahmen im Zusammenhang mit Bredekamps Kritik an Walter Benjamins Reproduktionsthese, die er zuerst 1975 und dann vielfach wiederholt vorgebracht hat. Bredekamp ist der Überzeugung, dass Reproduktion die Aura des Originals so gut wie niemals zerstört. Vielmehr entfaltet sie durchweg eine eigene Aura, die in der Regel kaum vorhersehbare Prozesse auslöst, was an ausgewählten Beispielen anschaulich gemacht werden soll.

Zu den bekanntesten Veröffentlichungen von Prof. Dr. Horst Bredekamp gehören Kunst als Medium sozialer Konflikte. Bilderkämpfe von der Spätantike bis zur Hussitenrevolution (1975), Antikensehnsucht und Maschinenglauben. Die Geschichte der Kunstkammer und die Zukunft der Kunstgeschichte (1992), Galileis Denkende Hand (2015), Der Bildakt (2015) und der Essay Das Beispiel Palmyra (2016).

Der Eintritt zu dem Vortrag im Maschinenhaus M0 des KINDL-Zentrums für zeitgenössische Kunst ist frei.

 


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Am Sudhaus 2
12053 Berlin - Neukölln
 
URL:  http://www.kindl-berlin.de
 
 
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