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03.05.2018 - 27.08.2018

Erotik der Dinge

Sammlungen zur Geschichte der Sexualität

Was macht Dinge erotisch? Es hat meist nichts mit der expliziten Darstellung von nackten Körpern zu tun und mit sexuellen Praktiken auch kaum oder nicht direkt. Formen und Farben lenken schon eher die Gedanken in Richtung der wichtigsten Nebensache der Welt. Und manche Dinge sind von Anfang an für den erotischen Gebrauch bestimmt, andere sind es einfach von sich aus oder sie werden erst nachträglich erotisiert.

Erotik_der_Dinge_2Helmschnecke_72dpi.jpgErotik_der_Dinge_1Glasisolator_72dpi.jpgEin Glas-Isolator für Stromleitungen kann ebenso eindeutig aussehen wie eine (echte) Rote Helmschnecke / Cypraecassis rufa. Fotos: Sammlung Werkbundarchiv - Museum der Dinge / Armin Herrmann

Während Aktfiguren als Repliken respektabler Werke der Kunstgeschichte Eingang in viele Wohnzimmer gefunden haben, waren Erotika vielfach von Zensur, Tabu und Verbot betroffen. Die Unterscheidung zwischen Erotik, Kunst und Pornografie war stets im Wandel und hatte entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung und Einordnung sexuell aufgeladener Dinge.

In der Ausstellung werden nun Alltagsgegenstände aus den Sammlungen der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld und Alfred C. Kinsey sowie der Kunstsammlerin Naomi Wilzig vorgestellt, neu sortiert in die Rubriken Liebesmittel, Werkzeuge der Lust, Körperformen und Bildträger.

Erotik_der_Dinge_Nussknacker_72dpi.jpgErotik_der_Dinge_Geba¦êck_72dpi.jpgAuch das mit dem Namen "Zuckerknoten" versehene Gebäck ist ebenso eindeutig wie der Nussknacker. Beide Aufnahmen: Sammlung Werkbundarchiv - Museum der Dinge, Foto: Armin Herrmann

Die Ausstellung thematisiert die Erotisierung von Dingen als kulturelle Praxis und versucht zu ergründen, was ihre erotische Qualität ausmacht. Die Form der Dinge, deren Körperähnlichkeit und die Phantasie sie zu berühren tragen entscheidend zur erotischen Wirkung von Dingen bei. Auch bei der Gestaltung von Alltagsobjekten wird oft auf Geschlechtsmerkmale zurückgegriffen und das Material übt auch Anziehungskräfte aus - es gibt schon Unterschiede zwischen Stein und Leder oder Seide und Metall. Fragen zur Erotik im Material werden in einem interaktiven "sensing materials lab" nachgegangen, das über die Ausstellungszeit wachsen soll.

Erotik der Dinge ist eine Gemeinschaftsausstellung der Forschungsstelle Kulturgeschichte der Sexualität der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Werkbundarchiv - Museum der Dinge aus Anlass des 150. Geburtstags von Magnus Hirschfeld in Kooperation mit dem Kinsey Institute und dem World Erotic Art Museum. Sie ist das erste in einer Reihe von kooperativen Forschungs- und Ausstellungsprojekten, welche die Forschungsstelle mit der Sammlung des von Naomi Wilzig gegründeten World Erotic Art Museum durchführt.

Am "sensing materials lab" sind die weißensee kunsthochschule berlin, Bereich Experimentelle Materialforschung und die Stiftung Bauhaus Dessau beteilligt.
 


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Telefon:  030 92106311
Telefax:  030 92106312
Email:  info@museumderdinge.de
URL:  www.museumderdinge.de
 
 
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