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17.06.2017, 16:00 Uhr

17. Juni: Erinnerungen an den Aufstand in der DDR

Sonderführungen durch Kellergefängnis der Stasi

Organisationen und Vereine, die sich mit der Betreuung des historischen Erbes des Staatssicherheitsapparates der DDR beschäftigen, erinnern am Sonnabend an den erfolglosen Arbeiteraufstand in Ostdeutschland am 17. Juni 1953. Auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Normannenstraße findet ein Aktionstag mit vielen Informationsangeboten, Führungen und Diskussionen statt und man kann mit einem Shuttle-Bus (Abfahrt um 16.30, 17.30 und 18.30 Uhr, Anmeldung nicht erforderlich) auch das frühere Kellergefängnis der Stasi in der heutigen Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen kennenlernen, wo im Sommer 1953 zahlreiche Aufständische inhaftiert worden waren. Kellergefaengnis-Zellengang_U-Boot_© Gedenkstätte-Hsh_Gvoon.jpg
Zellengang im 1953 überfüllten Kellergefängnis der Staatssicherheit in Hohenschönhausen.
Foto:© Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen/Gvoon


Während des Aktionstages finden in der ehemaligen Stasi-Zentrale zahlreiche Vorträge, Gespräche, Filmvorführungen und Führungen statt, so stellt zum Beispiel Christian Booß von der Stasi-Unterlagen-Behörde seine neue Studie über Rechtsanwälte in der DDR vor, die unter anderem die Beziehungen zwischen Gregor Gysi und dem DDR-Staatssicherheitsdienst behandelt. Auch zwei originale DDR-Gefangenentransporter können dort besichtigt werden.

Am 17. Juni 1953 protestierte in Ostdeutschland rund eine Million Menschen gegen das kommunistische SED-Regime. Nur wenige Jahre nach Gründung der DDR forderten sie den Rücktritt der Regierung, freie Wahlen und die Einheit Deutschlands, und nur durch den Einsatz sowjetischer Truppen konnte der Aufstand niedergeschlagen werden. Zu den Folgen zählte neben den Massenverhaftungen und der verstärkten Ausreise von DDR-Bürgern Richtung Westen auch die Tatsache, dass sich die Staatsführung der DDR immer mehr auf die Stasi verlies und sie zu einem immer umfassenderen Überwachungs-, Disziplinierungs- und Repressionsapparat aufbaute - letztlich glücklicherweise ohne Erfolg.


Aus dem Programm im Stasi-Museum:

16.00 Uhr: Eröffnung
Gespräch mit Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Dr. Hubertus Knabe (Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen), Tom Sello (Robert-Havemann-Gesellschaft) und Bernd Lippmann (Vorsitzender des Trägervereins für das Stasimuseum)
Impulsvortrag: Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und die Folgen, Dr. Roger Engelmann (Historiker beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen / BStU)

16.30 Uhr: Podiumsdiskussion "Träume und Traumata gescheiterter Revolutionen"
Welche Parallelen haben der 17. Juni und Aufstände in Diktaturen heute? Es diskutieren Dina El-Sharnouby (Politikwissenschaftlerin), Srđa Popović (Politaktivist, angefragt), Roland Jahn

17.30 Uhr: Führung "Stasi-Minister Erich Mielke und der 17. Juni 1953"
Wie beeinflusste der Volksaufstand den späteren Aufstieg von Erich Mielke? Sonderführung durch die historische Minister-Etage im Stasimuseum, Sven Behrend (Politikwissenschaftler, Stasimuseum)

18.00 Uhr: Vortrag "Im Goldenen Käfig. DDR-Anwälte in der Ära Honecker"
Vorstellung einer neuen wissenschaftlichen Studie über die Versuche von SED, Justizapparat und Stasi, DDR-Rechtsanwälte im Sinne des Idealbildes vom "sozialistischen Anwalt" zu formen, Dr. Christian Booß (Forscher beim BStU)

18.30 Uhr Geländeführung "Vom Finanzamt zur Stasi-Stadt"
Führung zur Entwicklung und zum fortwährenden Ausbau der Stasi-Zentrale nach dem Volksaufstand

18.30 Uhr Führung "Das Innenleben einer Geheimpolizei"
Rundgang durch das Stasi-Unterlagen-Archiv

19.00 Uhr Führung "Die vollendete Revolution"
Eine Kuratorenführung durch die Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall" setzt den 17. Juni mit der Friedlichen Revolution 1989/90 in Beziehung.

19.00 Uhr Vortrag "Der 17. Juni im Spiegel der Stasi-Unterlagen"
Präsentation von Akten, Fotos und Tondokumenten zum 17. Juni in der "Stasi-Mediathek des BStU"

19.30 Uhr Vortrag "Die Stasi im Westen. Struktur und Ziele der MfS-Auslandsspionage"
Prof. Dr. Daniela Münkel (Historikerin beim BStU)

20.00 Uhr Gespräch "Westarbeit der Stasi zwischen Fiktion und Wirklichkeit"
Vorführung der ZDF-Agentenserie "Der gleiche Himmel" (3), vorab Expertengespräch mit der Historikerin Prof. Dr. Daniela Münkel und Filmschaffenden


Weitere Programmangebote:
  • Der 17. Juni 1953 im Film - Ausgewählte Fernsehfilme und Dokumentationen über den 17. Juni
  • Bildungswegweiser zum 17. Juni 1953 - Pädagogische Angebote für die schulische und außerschulische Bildung
  • Virtueller Rundgang durch das Stasi-Gefängnis - Virtuelle Reise durch das frühere Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen
  • Bürgerberatung und Antragstellung zur Einsicht in die Stasi-Unterlagen (Bitte ein gültiges Personaldokument mitbringen)
  • Info-Tisch der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.
  • Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" im Stasimuseum, "Haus 1" (geöffnet bis 20 Uhr)
  • Gefangenentransporter - Ausstellung von zwei DDR-Gefangenentransportern, ausgestattet mit mobilen Hörstationen. Ehemalige politische Häftlinge berichten über ihre Erfahrungen
  • "Wo landeten die inhaftierten Aufständischen des 17. Juni?" - Shuttle-Transfer um 16.30, 17.30 und 18.30 Uhr zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
  • "Revolution und Mauerfall" - Open-Air-Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft
  • Spezialitäten von Street-Food-Anbieter "Milchmädchen".

An der Kooperationsveranstaltung beteilligt sind der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, die Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen, das Stasimuseum Berlin, die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. und die UOKG - Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.



 

Eintritt kostenlos


Zur Umkreissuche   Anschrift
Stasi-Museum
Ruschestraße 103, Haus 1
10365 Berlin - Lichtenberg
 
Telefon:  (030) 553 68 54
Email:  info@stasimuseum.de
URL:  http://www.stasimuseum.de/
 
 
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