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11.01.2017

Zillemuseum ist wieder geöffnet

ZilleMuseum_außen_qu200.jpgIm Nicolaiviertel kann man wieder dem "Milljöh' begegnen: Am 159. Geburtstag von Heinrich Zille eröffnete das renovierte Museum mit vielen neuen Exponaten seine Pforten und erinnert an die lustigen, informativen und immer wieder sehenswerten Ergebnisse der Zilleschen Beobachtungsgabe. Vor 100 Jahren konnte kaum einer das Leben in der Stadt eindrücklicher festhalten als der "Pinselheinrich" (was übrigens eher negativ gemeint war), der den Alltag dabei nicht von oben betrachtete, sondern aus der Sicht der einfachen Bürger und des Proletariats. Wie kein anderer schaffte er es, das Leben der armen Leute festzuhalten und darzustellen - in unverwechselbaren Zeichnungen und in Bildern und Fotografien, die seine Zeit einfach sehr genau beschreiben.

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Auf manchen Bildern sieht man sehr genau, dass Heinrich Zille (2.v.l.) viel Sinn für Humor hatte. Diese Aufnahme entstand 14 Tage vor dem 20. Jahrhundert bei einem Atelierfest des Malers Walter Meyer-Lüben und ist im Museum noch viel deutlicher zu sehen ...

Heinrich Zille lebte von 1859 bis 1929. Er durchstreifte jahrzehntelang die Berliner Mietskasernen und hielt das Leben in überfüllten Hinterhofwohnungen ebenso fest wie in Kaschemmen und Bordellen, in Parks oder an Badeseen. Heute vermittelt er uns ein Bild von Berlin, dessen soziale Verhältnisse man nicht zurückhaben möchte - dabei wohnte Zille seit 1892 in Charlottenburg, der damals reichsten deutschen Stadt. Aber auch hier wuchs die Bevölkerung schneller als der Wohnraum, verdienten die meisten Leute weniger als nötig und sehr, sehr viele Menschen lebten in großer Armut. Nun kann man darüber streiten, ob sich dies grundlegend geändert hat, es ist aber auf jeden Fall kein Wunder, dass ein Künstler beliebt war und ist, der dies alles festhielt, und das auch noch auf eine meist sehr witzige Weise.

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Das Zillemuseum gibt jedenfalls einen guten Überblick über Leben und Wirken des 80. Ehrenbürgers Berlins. Auf etwa 250 Quadratmetern sind mehr als 150 Zeichnungen, Grafiken und ZilleMuseum_Hurengespräche.jpgFotografien ausgestellt, man kann sich aber auch biografische Dokumente und den Film "Det war Zille sein Milljöh"ansehen, der von Irmgard von zur Mühlen zusammengestellt wurde und neben einem Selbstporträt Zilles auch einzigartige Aufnahmen des Künstlers und der Stadt bietet. Neben der Dauerausstellung "Leben und Werk" läuft zurzeit eine Sonderausstellung "Berliner Jören" und in einem Kabinett werden erotische Zeichnungen und Bücher gezeigt, die von Zille 1921 unter dem Pseudonym W. Pfeifer im Zyklus "Hurengespräche" veröffentlicht und damals von der Zensur umgehend verboten wurden.


Viele Artikel rund um Heinrich Zille, den 80. Ehrenbürger Berlins, kann man auch im Zille-Shop erwerben. Angeboten werden Bücher, Kalender, DVDs und CDs, lustige Postkarten und anderer Touristenbedarf, die Einnahmen kommen dem privaten Museum zugute.

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Zillemuseum
Propststraße 11
10178 Berlin - Mitte
 
Telefon:  (030) 246 32 500
Email:  info@zillemuseum-berlin.de
URL:  http://zillemuseum-berlin.de/
 
Öffnungszeiten:  täglich 11 bis 18 Uhr (im Sommerhalbjahr bis 19 Uhr )
 
 
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