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24.02.2018 - 10.06.2018

Max Beckmann. Welttheater

Die Potsdamer Konkurrenz der Berliner Museen zeigt eine neue Ausstellung über Max Beckmann (1884-1950), in der viele Bilder über die Welt des Theaters, des Zirkus und des Varietés zu sehen sind. Irgendwie liebte der Künstler das Zurschaustellen, daher ist im Titel auch die Rede vom Welttheater - was eigentlich im Barock die Vorstellung meinte, alles sei ein vorüberziehendes Schauspiel und man habe die vorgegebenen Rollen zu erfüllen. Beckmann dreht das herum: Nach seinen Erfahrungen als Sanitäter im Ersten Weltkrieg und den Umwerfungen während seines 1937 beginnenden Exils ist das Welttheater für ihn ein Sinnbild für die katastrophale Situation des damaligen Weltgeschehens. Und es ist eine Strategie, alles darstellen zu können.

Beckmann_schauspieler_tryptichon_harvard_art_museum.jpgUnd er stellte sich selbst dar: Das Triptychon "Schauspieler" malte er 1941/1942 im Amsterdamer Exil, im Bild kann man ihn links unten vermuten, die New York Times lesend ... Foto: © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / President and Fellows of Harvard College

Die Nazis zählten den zu den bedeutendsten Malern der Klassischen Moderne zählenden Max Beckmann (1884- 1950) zu den entarteten Künstlern. Er verlor sein Lehramt am Städel in Frankfurt und emigrierte 1937 nach Amsterdam, wo er die gesamte Kriegszeit verbrachte. Ein Visum in die Vereinigten Staaten, das er 1937 beantragte, erhielt er erst 1947. Bis zu seinem Tod 1950 in New York lehrte und stellte er dort erfolgreich aus. Vor dem Hintergrund dieses nicht einfachen Lebenslaufes kann man auch seine künstlerischen Rollenspiele und -wechsel sehen. In seinen Selbstbildern trat er meist als Clown auf - Maskeraden erlaubten ihm Distanz. Und er konnte dadurch das Weltgeschehen besser kommentieren und persönliche Erfahrungen verarbeiten - er wurde quasi zum Berichterstatter, der das Leben auf der Straße und die gesellschaftlichen Gegensätze aufzeigen wollte.

In der Ausstellung werden 112 Leihgaben aus der Nationalgalerie Berlin, der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, dem Museum Ludwig, Köln, der Tate, London und dem Saint Louis Art Museum gezeigt. Zusammengestellt wurde sie gemeinsam mit der Kunsthalle Bremen, die eine der größten Beckmann-Sammlungen Deutschlands besitzt und die Ausstellung zuvor zeigte. Kuratorinnen sind Dr. Eva Fischer-Hausdorf von der Kunsthalle Bremen und Dr. Ortrud Westheider, Direktorin des Museum Barberini.

Der Katalog geht auf ein Symposium zurück, das am 29.3.2017 im Museum Barberini stattfand. Er wird im Museumsshop für 29 Euro und im Buchhandel für 39,95 angeboten.Beckmann_familienbild_scala_new_york_moma.jpg
Das Familienbild malte Beckmann 1920, es zeigt ihn mit seiner damaligen Ehefrau Minne, Schwiegermutter, Sohn, Schwägerin und Verwandten. Und die Stimmung könnte besser sein ... Foto: Museum of Modern Art, New York © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Scala, Florence/MoMA
 
Eintritt:  14/10 Euro, unter 18 Jahren frei. 
URL:  https://www.museum-barberini.com/ausstellung-max-beckmann.welttheater/


Zur Umkreissuche   Anschrift
Museum Barberini
Humboldtstraße 5-6
14467 Potsdam
 
Telefon:  0331 97992-185
Telefax:  0331 97992-183
Email:  info@museum-barberini.com
URL:  http://museum-barberini.com/
 
 
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