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11.10.2018 - 25.10.2018

Home Movie Come Back - Amateurfilm gestern und heute

Kleine Filme machen großes Kino: Begleitend noch bis 4. November zu sehenden Foyerausstellung "Home movie come back" zeigt das Filmmuseum Potsdam abendfüllende Dokumentar- und Essayfilme, die überwiegend aus Amateur- und Privatfilmaufnahmen bestehen oder das Thema "Home Movie" ins Zentrum rücken. Neben Pionierarbeiten für Fernsehen und Kino oder renommierten Genre-Klassikern kommen auch neuere Werke auf die Leinwand. Auf internationalen Festivals gefeiert, waren sie bislang in deutschen Kinos kaum zu sehen. Filme, die durch Verwendung privater Bilder einen anderen Blick auf Alltag und Geschichte lenken, können interessant sein ...
Die Filmreihe wurde von Ralf Forster (Filmmuseum Potsdam) und Oliver Hanley (Filmuniversität Babelsberg) unter Mitwirkung der Studierenden des Masterstudiengangs Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg kuratiert. Sie flankiert den ersten Home Movie Day in Brandenburg.

Filmprogramm

Do., 11. Oktober 2018, 19 Uhr
Looking for Larisa Buscando a Larisa
R: Andrés Pardo Piccone, Mexiko 2012, Dok., OmE, 78'
Wie ein Besessener kauft der in Mexiko-Stadt lebende Uruguayer Andrés Pardo Piccone alte Filme und gebrauchte Projektoren - meist von unbekannten Privatpersonen. Eines Tages erwirbt er einen Fund 8mm-Filme von einem Trödler. Beim Sichten ist er von einem kleinen blonden Mädchen namens Larisa fasziniert, das in den Filmen immer wieder auftaucht. Er beschließt, sie zu finden. Nur hinterlassen die Filme keine Spuren ihrer Identität und geben keinen Hinweis, wo sie heute lebt. Die Suche nach Larisa führt ihn durch das ganze Land.
Einführung: Ralf Forster (Filmmuseum Potsdam) und Oliver Hanley (Filmuniversität Babelsberg)

Mi., 17. Oktober, 19 Uhr
Familienkino
R: Alfred Behrens, Michael Kuball, BRD 1978/79, Dok., 85'
Die von NDR und WDR produzierte Fernsehreihe setzte den Maßstab für viele Folgeprojekte, die mit Amateurfilmmaterial arbeiteten. Auf einen öffentlichen Aufruf der Sender schickten Privatpersonen Filme aus allen Epochen des Heimkinos. Über zwei Jahre hinweg edierten die Filmemacher Alfred Behrens und Michael Kuball die eingesandten Filmrollen. In vielen Fällen überzeugten sie die Amateurfilmer oder deren Nachkommen, ihre Aufnahmen selbst zu kommentieren. Die daraus resultierende siebenteilige Serie wurde zur Zeitkapsel einer bislang verborgenen visuellen Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, informativ und überraschend zugleich. Zum 40. Jubiläum ihrer Erstausstrahlung zeigen wir zwei von den Regisseuren ausgewählte Folgen: "Mit dem Selbstauslöser nach Monte Carlo" und "Die Kamera unter dem Mantel".
In Anwesenheit von Alfred Behrens und Michael Kuball

Do., 18. Oktober, 18 Uhr
Ungarn Privat 10: Freier Fall
R: Péter Forgács, Ungarn 1996, Dok., 75'
Mit seiner mehrfach preisgekrönten Serie »Ungarn Privat« etablierte sich der Filmemacher und Medienkünstler Péter Forgács als Genre-Meister. Zwischen 1988 und 2008 entstanden zwanzig Folgen, die sich der Landesgeschichte Ungarns über private Filmaufnahmen nähern. Im Zentrum der zehnten Folge, »Freier Fall«, stehen Aufnahmen des jüdischen Musikers, Fotografen und Geschäftsmannes György Pető vor und während des Zweiten Weltkrieges. Durch Verfremdungen, Schrifteinblendungen, Voice-Overs und durch die hypnotische Musik von Tibor Szemzó schuf Forgács ein ungewöhnliches, berührendes Werk. In Forgács Video-Oper erscheinen Petős Aufnahmen stellvertretend für das Schicksal der ungarischen Juden im Holocaust.

Do., 18. Oktober, 20 Uhr
I for India
R: Sandhya Suri GB/D/I 2005, Dok., 70'
Nach der Ausbildung zum Arzt wandert der Inder Yash Pal Suri 1965 nach England aus, wo er bessere berufliche Perspektiven erhofft. Gleich kauft er jeweils zwei 8mm-Kameras, -projektoren und Tonbandgeräte. Einen Satz schickt er zu seinen Verwandten nach Indien, den anderen behält er für sich. An zwei Orten, mehr als 7.000 Kilometer voneinander entfernt, wird nun für einander gefilmt. Lange vor Verbreitung des Internets ermöglichte die analoge Film- und Tontechnik der durch Welten getrennten Familie, in Verbindung zu bleiben. Eine dauerhafte Rückkehr kommt für Suri bald nicht mehr in Frage, zur Bestürzung seiner Angehörigen in Indien. Mit der bevorstehenden Migration einer seiner Töchter nach Australien befindet sich Suri 40 Jahre später in der umgekehrten Situation. Mit I for India gelingt Suris jüngster Tochter, Sandhya, ein intimes, liebevoll gemachtes Familienporträt und eine Chronik zweier Kulturen in postkolonialen Zeiten.

Mi., 24. Oktober, 19 Uhr
So leben wir - Botschaften an die Familie
R: Gustav Deutsch, A 2017, Dok., 107'
In weitgehend unverfälschter Form präsentiert So leben wir - Botschaften an die Familie Amateurfilmaufnahmen, die der österreichische Filmemacher und Künstler Gustav Deutsch nach mühevollen Archivrecherchen in Amsterdam, Bologna, Manchester und Wien ausgesucht hat. Wie beim historischen Heimkino kommentiert er die Filme selbst. Deutsch deckt die Geschichten auf, die sich hinter privaten Aufnahmen verbergen - und fügt eine eigene gegenwärtige Geschichte hinzu: die gemeinsame Fahrt mit einem marokkanischen Freund zu seinen Wurzeln nach Figuig im Südosten Marokkos. Alte Filmbilder in Schwarzweiß und Farbe treffen auf moderne Skype- und Smartphone-Videos. Das Ergebnis bildet eine dreischichtige Zeit- und Weltreise, die zugleich eine Reise durch die mediale Entwicklung des privaten Filmens ist.
In Anwesenheit von Gustav Deutsch

Do., 25. Oktober, 19 Uhr
Life in a Day - Ein Tag auf unserer Erde
R: Kevin MacDonald, GB/USA 2011, Dok., OmU, 95'
Momentaufnahme des Lebens auf der ganzen Welt über 24 Stunden. Nach einem Aufruf bei YouTube stellten Privatpersonen mehr als 80.000 Videoaufnahmen mit einer Gesamtlaufzeit von 4.500 Stunden bereit - alle gedreht am 24. Juli 2010. Daraus kompilierte das Team um den Produzenten Ridley Scott und den Regisseur Kevin MacDonald einen losen Tagesablauf. Splitter privater Innensichten, alltägliche Beobachtungen und zufällige Begebenheiten fließen zu einem Bilderstrom zusammen, in dem nichts bewertet wird, alles gleichwertig erscheint. Mag der Film für die Verherrlichung des Banalen und für seine Oberflächlichkeit kritisiert worden sein, so bleibt am Ende ein Plädoyer für das Leben und die Verschiedenartigkeit von Menschen und ihrem Alltag.

HomeMovieDay_Foto_Sercan_M_Sükür2-1.jpgHOME MOVIE DAY:
"Unboy your Memories - Zeige deine Filmschätze"
(Foto "Home movie day" re. von
Sercan M. Sükür)

Sa., 20. Oktober 2018, ab 10 Uhr
Zum ersten Home Movie Day in Brandenburg ruft das Filmmuseum Potsdam dazu auf, alte Filmschätze aus Kellern oder von Dachböden zu holen und am 20. Oktober ins Filmmuseum Potsdam zu bringen. Wer eigenes, gefundenes oder geerbtes Amateurfilmmaterial sichten und vor einem Publikum zeigen möchte, sollte den Home Movie Day nicht verpassen. Er findet seit 2003 jährlich an Veranstaltungsorten weltweit statt und setzt sich zum Ziel, ein größeres öffentliches Bewusstsein für den Wert privater Aufnahmen als Teil des kulturellen Erbes zu schaffen. Auf Schmalfilm festgehaltene Urlaubsreisen, Hochzeiten und Geburtstagsfeiern sind immer auch Dokumente der Alltagskultur, mit denen künftige Generationen unser Leben heute besser verstehen können.

Das Museum freut sich, wenn Sie Ihre Filmrollen am 20. Oktober ins Filmmuseum bringen. Fachpersonal prüft und sichtet mit Ihnen gemeinsam 8mm-, Super-8-, 9,5mm- und 16mm-Filme. Fachleute stehen bereit und beraten, wie sich Analogfilme digitalisieren lassen. Zum Abschluss gibt es ein "Best of the Day": Lassen Sie Ihre mitgebrachten oder selbstgedrehten Home Movies im Kino vorführen und erzählen Sie uns dazu Ihre persönliche Geschichte.

Zudem läuft von 11 bis 16 Uhr ein vielfältiges Programm aus Lesungen, Performances und Filmvorführungen. Das gesamte Tagesprogramm unter https://www.filmmuseum-potsdam.de/homemovieday.html
Der Eintritt zum HOME MOVIE DAY ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

In Kooperation mit dem Masterstudiengang Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg. Gefördert durch das Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften - ZeM.

 

Eintritt kostenlos


Zur Umkreissuche   Anschrift
Filmmuseum Potsdam
Breite Straße 1A
14467 Potsdam
 
Telefon:  (0331) 27 18 117
Telefax:  (0331) 27181-26
Email:  info@filmmuseum-potsdam.de
URL:  www.filmmuseum-potsdam.de
 
Öffnungszeiten:  Museum:
Di bis So 10 bis 18 Uhr Einlass bis 17.30 Uhr
Kino:
Di bis So 17 und 19 Uhr, Do bis Sa zusätzlich 21 Uhr
Kinderkino:
Mi, Sa & So 15 Uhr
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
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