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20.09.2019 - 08.03.2020

Die Armbrust - Schrecken und Schönheit

Schon die alten Griechen und die Römer verwendeten sie und im Mittelalter diente die Armbrust als unverzichtbare Kriegswaffe - auch wenn sie ursprünglich durch das Zweite Lateranische Konzil 1139 sogarverboten wurde, weil sie wegen ihrer Wirkung gegen Rüstungen als unritterlich galt. Dies wurde spätestens bei den Kreuzzügen nicht mehr beachtet, aber die Waffe errang immer größere gesellschaftliche Bedeutung. Zuzeit zeigt das Deutsche Historische Museum eine Reihe voneindrucksvollen und sehr wertvollen Stücken aus den letzten fünf Jahrhunderten, zu denen zum Beispiel die sogenannte Maximiliansarmbrust aus dem persönlichen Besitz Kaiser Maximilians I. (1459- 1519) zählt.

DHM_Armbrustwinde_mit_Darstellung_Kaiser_Ferdinands_I._und_den_sieben_Kurfuersten__1550_1560__c__Deutsches_Historisches_Museum.jpgEine 1550/1560 entstandene Armbrustwinde mit Darstellung Kaiser Ferdinands I. und den sieben Kurfürsten Foto: © Deutsches Historisches Museum

Trotz aller Nachkriegsverluste besitzt das Deutsche Historische Museum eine der bedeutendsten Armbrustsammlungen der Welt, die sie nun zum ersten Mal vorstellt. Da sie viel langsamer zu spannen war als ein Bogen, wurde sie vor allem als Schützenwaffe in Städten eingesetzt und der Berufsstand der Armbrustmacher produzierte nicht nur wirkungsvolle, sondern auch sehr dekorative Waffen. Armbrüste wurden zu Trägerinnen ikonographischer Schmuckprogramme in Renaissance und Barock. Zudem erläutert die Ausstellung, welche gesellschaftliche Rolle Schützenvereinigungen insbesondere in den Städten des Heiligen Römischen Reiches übernahmen, und dass ihre Zusammenkünfte und Feste Teil der städtischen Selbstdarstellung waren.

Zur Ausstellung erscheint ein wissenschaftlicher Bestandskatalog, der die hochkarätige Sammlung des Museums vorstellt.

DHM_Andries_Jacobsz_Stock_nach_Jacob_de_Gheyn_II_Armbrustschuetze_mit_Milchmaedchen__1608-12___c__Rijksmuseum_Amsterdam__Rijksprentenkabinet.jpgArmbrustschützen waren auch einmal recht beliebt, wie diese Darstellung aus den Jahren 1608-12 von Andries Jacobsz Stock zeigt. Foto: © Rijksmuseum Amsterdam, Rijksprentenkabinet



Vorträge und Kuratorenführungen

Mittwochs 18.30 Uhr,Eintritt frei:

23.10. "Armbrust ist Suptiligkeit/ Man brauchts zum Ernst nit wie vor zeit." Die Entwicklung des Armbrustschießens zwischen 1450 und1580 im Heiligen Römischen Reich Jean-Dominique Delle Luche, Auditorium

30.10. "Schießen zur Wand bedeutetFrieden im Land" Die Armbrust in Krieg undFrieden Felix Jaeger, Deutsches Historisches Museum Ausstellungshalle

15.01. Von schönen Frauen und tapferen Helden - Geschichten auf Waffen. Brigitte Reineke, Deutsches Historisches Museum, Ausstellungshalle

22.01. Expertenführung zu technischen Besonderheiten der Armbruste,Jens Sensfelder, Ausstellungshalle

19.02. "...ein ziemlicher Vorrat aus der alten Rüstung an Armbrüsten..." Die Geschichte der Berliner Armbrustsammlung,Sven Lüken, Deutsches
Historisches Museum,Auditorium

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 20 30 40
URL:  www.dhm.de
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
Kunsthistorische Museen

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