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21.09.2018 - 06.01.2019

Bewegte Zeiten - eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau über Archäologie in Deutschland

BewegteZeiten02_SA_Himmelsscheibe.jpgMit spektakulären archäologischen Funden aus den letzten 20 Jahren und neuen Sichtweisen auf Altfunde zeigt die Ausstellung "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland", wie in Europa seit frühester Zeit kultureller Austausch funktionierte. Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation - ihre Ursache, Wirkung und Wechselwirkung - prägen seit jeher das Zusammenleben auf dem Kontinent und in diesen vier großen Themenfeldern belegen mehr als 1000 oft hochrangige Exponate die Folgen überregionaler Interaktion auf persönlicher, wirtschaftlicher und religiöser Ebene.

Rechts die aus Bronze und Gold um 1600 v. Chr. gefertigte Himmelscheibe von Nebra mit ihren astronomischen Darstellungen. Foto: © Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Foto: Juraj Lipták

Die Ausstellung wurde vom Museum für Vor- und Frühgeschichte und dem Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland (VLA) anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 erstellt und dreht sich passenderweise um die überregionale Beweglichkeit und Vernetzung der Menschen schon in prähistorischen Zeiten.

Schon immer verbreiteten sich Waren und Ideen und schon immer führte das zu Veränderungen und Konflikten. So steht im Lichthof des Gropius-Baus die von den Römern in Köln errichtete Hafenmauer, die man durch den Bau der U-Bahn freigelegt hatte. Die Reste der 3,5 Meter hohen Spundwand aus Eichenbohlen belegen, wie wichtig Versorgung und Austausch von Waren damals war.
BewegteZeiten09_Koeln_Hafen_Spundwand.jpgEine von den Römern im 1. Jh. n. Chr. angelegte Spundwand aus Eichenpfählen aus dem Kölner Hafen. © Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln; Foto: Axel Thünker, DGPh

Um die Bewegung von Menschen darzustellen, wird auch ein Blick auf vier große Migrationsereignisse im Neolithikum geworfen. So wird ein jungsteinzeitlicher Ritualort in Herxheim/Pfalz vorgestellt, wo zu Beginn des 5. Jahrtausends v. Chr. Personen aus einem Umkreis von 400 km für ein rätselhaftes Opferritual zusammengekommen sind.

BewegteZeiten08_NRW_Helm_Morken.jpgDer Helm des Herrn von Morken aus dem 6. Jh. n. Chr. besteht aus Eisen, einer Kupferlegierung und Gold. © LVR-Landesmuseum Bonn, Foto: Jürgen Vogel

Überhaupt ist die Geschichte Europas voller Konflikte und kriegerischer Auseinandersetzungen. So entdeckte man Reste der frühesten belegbaren Schlacht in Europa, die in der Bronzezeit etwa 1300 v. Chr. an der Tollense in MecklenburgVorpommern ausgetragen wurde. Schon immer hat sich der Austausch aber auch gelohnt, das zeigen Exponate wie der Goldhort von Gessel (Niedersachsen) mit 82 normierten Goldspiralen oder der Kupferschatz von Oberding (Bayern) mit 796 gleichartigen und in Zehnergruppen gebündelten Spangenbarren - Reichtum vor 4.000 Jahren. Auch die für Kaufleute im 12. Jahrhundert eingerichteten Häuser im Gründungsviertel von Lübeck, deren erhaltene Holzkeller für Handelswaren angelegt wurden, belegen die Bedeutung des Warenaustauschs.

Und dann wird noch der Bereich technischer wie geistig-ideeller Innovationen vorgestellt, - zum Beispiel mit der frühesten figürlichen Kunst der Menschheit in Gestalt der 35.000 Jahre alten Venus vom Hohle Fels (Baden-Württemberg), sowie die bronzezeitliche Himmelscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt) mit der weltweit ältesten bisher bekannten konkreten Darstellung des Kosmos. Ebenfalls präsentiert werden 3.000 Jahre alte mit kalendarischen Symbolen verzierte Goldhüte aus Deutschland und Frankreich.

Die Himmelscheibe von Nebra ist im Original bis 5. November in der Ausstellung zu sehen und wird danach durch eine hochwertige Kopie ersetzt. Vom 7. November bis 17. Dezember 2018 wird als weiterer spektakulärer Fund der aus Waldgirmes in Hessen stammende Pferdekopf zu sehen sein, der einst zu einem bronzenen römischen Reiterdenkmal gehörte.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation im Michael Imhof Verlag: Hardcover, 480 Seiten, ca. 355 Abbildungen, ISBN 978-3-7319- 0723-7, Buchhandelspreis: 39,95, Museumspreis: 29 Euro. Weitere Informationen unter www.bewegte-zeiten-berlin.de.
 
Eintritt:  12, ermäßigt 6 Euro, Eintritt frei bis 18 Jahre 
URL:  www.museumsportal-berlin.de/de/ausstellungen/bewegte-zeiten-2/


Zur Umkreissuche   Anschrift
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchner Straße 7
10963 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 254 86-0
Telefax:  030 254 86 107
Email:  post@gropiusbau.de
URL:  www.gropiusbau.de
 
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