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19.07.2019 - 27.10.2019

"Reaching Out for the Future. Zukunftsfantasien um 1900"

Zu erfahren, wie man sich in früheren Zeiten die Zukunft vorstellte, ist immer eine spannende Sache. In der neuen Ausstellung des Bröhan-Museums wird ein Blick auf die Zukunftsvisionen geworfen, die man um 1900 pflegte und die in der Kunst, vor allem aber in der populären Grafik recht erfolgreich publiziert wurden. Retrofuturistische Bilder, Filme, Bücher, Kostümentwürfe und Filmplakate zeugen von dem unaufhaltsamen Optimismus und dem romantischen Wunsch nach fantastischen Welten.

Zukunft_hallesches-tor.jpgDiese 1905 erschienenePostkarte zeigt einen Blick auf die Zukunft am Beispiel des Halleschen Tors. Allerdings reichte die Phantasie des Gestalters nicht allzu weit: Die Verkehrsmittel sahen damals genauso aus, eine ganz ähnliche Hängebahn wurde 1897 in Köln-Deutz errichtet und auch der Flugpostbote greift zeitlich eher in die Vergangenheit zurück. Interessant ist, wie selbstverständlich damals mit den Kolonien umgegangen wurde.Foto:Sammlung Peter Weiss, www.postcard-museum.com

Einer der größten Träume der Menschheit war es seit jeher, von der Erde in den Weltraum und zum Mond zu fliegen. Bevor dieser Traum Realität wurde, fand der erste Raketenstart auf der Kinoleinwand bereits 1902 in Georges Méliès "Le voyage dans la lune" statt. Expeditionen zum Mond, Besiedlung anderer Planeten, Unterwasserwelten und vollautomatisierte Städte - an der Schwelle zum 20. Jahrhundert schien die Welt voller Verheißungen. Das moderne Maschinenzeitalter hatte begonnen und hielt scheinbar unerschöpfliche Möglichkeiten bereit.

zukunftsvision-u-boot.jpg

Ein Sammelbild der Pariser Firma Chocolat Lombart aus dem Jahr 1912 aus der Serie "Wie unsere zukünftigen Enkel im Jahre 2012 leben". Im U-Boot fahren wie im Zeppelin, der Gedanke war nicht schlecht. Und die Schokoldenfirma hatte natürlich ihren eigenen Anlegepunkt ... Sammlung Peter Weiss, www.postcard-museum.com

Auch wenn der Mond die Fantasie vieler Menschen beflügelte, richtete sich der Blick doch auch immer wieder auf die Erde und deren Zukunft. Dem Jahr 2000 aus der Sicht des 19. Jahrhunderts verschrieben sich Zeichner und Karikaturisten. Ihre futuristischen Zeichnungen waren beliebte Sammelbilder, die als Papierkarten in Zigaretten- oder Schokoladenpackungen in Umlauf gebracht wurden. Bei der Umsetzung utopischer Fantasien war die Fotomontage ein beliebtes Verfahren. Auf humoristische Weise zeigen zum Beispiel einige der Ansichtskarten und Postkartenmotive überflutete Städte wie "Wenn Paris am Meer wäre" oder "Ein Ausflug in der Zukunft". Vieles, was die Menschen von der Zukunft erwarteten, ist bis heute nicht eingetreten. Zu große Hoffnungen setzte man beispielsweise in Stickstoffdünger: Turmhohe Kohlköpfe und tonnenschwere Kartoffeln würden den Jahresbedarf einer vielköpfigen Familie decken, so glaubte man damals.

Passend zur Ausstellung will das Bröhan-Museum selbst individuelle und kollektive, gesellschaftliche und soziale Zukunftsentwürfe erforschen. Im Rahmen einer Sommertour wird ein mobiles Zukunftslabor in verschiedenen Berliner Bezirken präsent sein und zum Nachdenken und Mitgestalten einladen. Visionen und Wünsche der Stadtgesellschaft, die dabei Gestalt annehmen sollen, finden als wachsendes Zukunftsporträt wiederum Eingang in die Ausstellung. Künstlerische Interventionen, Workshops und Veranstaltungen hinterfragen Fact und Fiction und eröffnen Ideen für eine neue Welt. Am Ende der Ausstellung sollen die gesammelten Zukunftsentwürfe in einer Zeitkapsel verschlossen und für die nächsten 100 Jahre im Museum archiviert werden.

Eröffnung der Ausstellung ist am 18. Juli 2019 um 18 Uhr im Rahmen des gemeinsamen Sommerfests des Bröhan-Museums, des Museum Berggruen und des Rathgen-Forschungslabors der Staatlichen Museen zu Berlin.

Begleitprogramm

Mobiles Zukunftslabor

Das mobile Zukunftslabor ist auf Sommertour und lädt zum Entdecken und Mitmachen ein. Es können nachhaltige Jutebeutel im Siebdruckverfahren bedruckt und Visionen, Wünsche und Ideen für eine zukünftige Welt zu Papier gebracht werden. Diese finden dann Eingang in die Ausstellung.
Informationen und Haltestellen des Zukunftslabors auf Facebook und Instagram (#reachingoutforthefuture)

Reaching Out for the Future. Mitmach-Aktion für Schulen

Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet. Alle teilnehmenden Schulen erhalten kleine Zukunftspakete, die zum Nachdenken und Mitgestalten anregen. Darin findet sich alles, was man zum Fantasieren braucht. Die Ideen der Schülerinnen und Schüler werden Teil der Ausstellung.
Ein Angebot für Grundschulen und Klassen der Sekundarstufe I/II , kostenloses Material und weitere Informationen unter: n.mueller@broehan-museum.de, Tel: 030/32690625

Kostenlose Familiensonntage

Jeden 3. Sonntag im Monat, 11 Uhr, für Kinder (5-12 Jahre) und ihre Familien, 90 min., Anmeldung nicht erforderlich

Fantastische Welten. Reisen ins Unbekannte

Herbstferien im Bröhan-Museum
7. -10.10.2019, 10-15 Uhr, von 8-12 Jahren, 75,- pro Kind
Anmeldung über: www.jugend-im-museum.de

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Bröhan-Museum
Schloßstraße 1a
14059 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  +49/(0)30/326 906 00
Telefax:  +49/(0)30/326 906 26
Email:  info@broehan-museum.de
URL:  http://www.broehan-museum.de
 
 
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