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11.06.2017 - 24.09.2017

"Das, was ich male, bin immer bloß ich selbst" - zum Teil ...

Ausstellung "Erinnerung und Gegenwart" zeigt Malerei von Peter Herrmann 1958-2017

Wenn man den Lebenslauf von Peter Herrmann betrachtet, ist seine Geschichte schon ein wenig umrissen: Geboren 1937, in Dresden aufgewachsen, Chemigraf, Laienmaler. Dann lernt er ein paar interessante Leute kennen, beschreibt sein Schaffen 1975 mit den in der Überschirft genannten Worten und verlies 1984 die DDR. Seitdem lebt er in Spandau. Er malt immer noch verschiedenste Motive groß und bunt ab und die Ausstellungsmacher beschreiben dies recht anschaulich: "Wer Peter Herrmann erlebt, trifft auf Lebenslust, Sensibilität, hintergründige Ironie, auf ein verschmitztes Lächeln, hinter dem sich aber auch Ernsthaftigkeit verstecken kann. Seinen Bilderzählungen haftet oft etwas Komisches an, selbst wenn sie historische Ereignisse spiegeln. Seine Bilder schaffen es, mit einer spielerischen Leichtigkeit ganz unterschiedliche Ereignisse und Zeiten zu verwickeln. Seine Malerei kommt direkt aus den Farben und findet ähnlich direkt zu ihren Motiven."

PeterHerrmann_In den sächsischen Wäldern_1968.jpg
Das Bild "In den sächsischen Wäldern - August 1968" malte Peter Herrmann 2002. In der DDR wäre es staatsfeindlich gewesen ...

Man muss noch erwähnen, wer die interessanten Leute in der DDR waren - es warem die Mitglieder einer Künstlergruppe namens "Erste Phalanx Nedserd". Nun zeigt das letzte, verkehrt herum geschriebene Wort, wo sie herkommen, und eine Phalanx war bei den alten Griechen eine Kampfaufstellung, die jungen Maler wollten nämlich einfach malen, was und wie sie wollten.

Gegründet wurde die Gruppe von Jürgen Böttcher, der später unter dem Künstlernamen Strawalde bekannt wurde und der nebenbei 1961 Herrmann in dem Dokumentarfilm "Drei von vielen" porträtierte , der verboten wurde. Neben Peter Herrmann zählten aber auch Winfried Dierske, Peter Graf, und Peter Makolies und Ralf Winkler zu der nie anerkannten Gruppe. Ihnen blieb eine künstlerische Laufbahn weitgehend verwehrt, sie mussten sich als Werktätige durchs Leben schlagen. Graf flog nach einem Jahr von der Kunsthochschule Weissensee (wie sein Freund Baselitz) und wurde Lkw-Fahrer, der nach Feierabend malte, Makolies arbeitete als Steinmetz, Dierske kam sogar 1964 in die Klapse,hat aber dennoch gemalt bis er sich 2006 umbrachte. Am bekanntesten wurde aber Ralf Winkler, genannt A. R. Penck.

Doch nun sind in den Ausstellungssälen der Gelerie Kronprinz in der Zitadelle Bilder von Peter Herrmann zu sehen. 1998 war der Maler Preisträger der Villa Romana in Florenz, 2001 erhielt er in Berlin den Fred Thieler Preis, der an Künstler verliehen wird, deren Werk "abseits vom aktuellen Marktgeschehen Positionszeichen in der Entwicklung zeitgenössischer Kunst setzt".

 
Eintritt:  4,50 / 2,50 Euro (Zitadelle inklusive Museen, Juliusturm, Ausstellungen) 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Zitadelle Spandau
Am Juliusturm 64
13599 Berlin - Spandau
 
Telefon:  030 / 354 944 -0
Email:  info@zitadelle-spandau.de
URL:  www.zitadelle-spandau.de
 
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