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11.12.2017 - 30.04.2018

"Welcome to Jerusalem"

Der Titel der Ausstellung im Jüdischen Museum klingt im Moment wie eine Begrüßung, gezeigt wird aber die Geschichte einer Stadt, in der Alltag, Religion und Politik mehr verwoben sind als an jedem anderen Ort der Welt. Auf 1000 Quadratmetern versucht man, die damit verbundenen Herausforderungen sichtbar zu machen und sie mit historischen Exponaten, künstlerischen Reaktionen und medialen Inszenierungen zu bebildern. Mit Eröffnung der Ausstellung im Altbau wird die Dauerausstellung im Neubau des Jüdischen Museums Berlin für die Umbauphase bis 2019 geschlossen.
standbild-augmented-temple.jpgStandbild aus der Installation "Augmented Temple" ©ART+COM Studios / Jüdisches Museum Berlin

Der Direktor des Jüdischen Museums Peter Schäfer fasst die Absicht der Ausstellung gut zusammen: "Als Zentrum der drei monotheistischen Religionen mit ihren unvereinbaren Ansprüchen ist Jerusalem seit vielen Jahrhunderten ein Brennpunkt religiöser und politischer Konflikte. Die Entscheidung des US-Präsidenten, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, unterstreicht dies noch einmal nachdrücklich", sagt er. "Unsere Ausstellung will keine Lösungen anbieten, aber sie kann Verständnis für die besondere Situation Jerusalems wecken und den Besuchern helfen, sich ein eigenes Urteil zu bilden."

Dargestellt wird die Geschichte der Stadt von der Zeit des Herodes bis heute, und das mit kulturhistorischen Objekten aus vielen Museen und Sammlungen, darunter aus dem Victoria & Albert Museum, der Tate, dem Musée du Quai Branly, den Uffizien und dem Israel Museum. Hinzu kommen Arbeiten zeitgenössischer Künstler.

Die Mitte der Ausstellung zeigt Modelle der Sakralbauten der drei monotheistischen Religionen, die seit etwa zwei Jahrtausenden Pilger und Touristen anziehen. Die historischen Modelle der Grabeskirche und des islamischen Heiligen Bezirks Haram asch-Scharif werden ergänzt durch die Auftragsarbeit eines Modells der Klagemauer, das von Dieter Cöllen nach historischen Erkenntnissen und Vermessungen im Maßstab 1:75 hergestellt wurde. Großformatige Projektionen aus den Film "24h Jerusalem" setzen die Modelle in den Kontext heutiger Pilger- und Touristenströme.

Die eigens für die Ausstellung konzipierte mediale Installation "Augmented Temple" macht Besucher mit der Architektur und der Funktion des Herodianischen Tempels in der Antike vertraut. Zu sehen sind auch Filme und mediale Installationen wie zum Beispiel eine eindringliche 20-minütige Dokumentation aus historischem Originalbildern und Kommentaren zum Nahost-Konflikt am Beispiel Jerusalems von 1917 bis heute. Dokumentarisches Filmmaterial zum Thema »Fromme Provokateure« zeigt exemplarisch drei jüdische Gruppen, deren religiöse Praxis oft zu Konflikten mit anderen säkularen und religiösen Gruppierungen und dem Staat führen: Eine Minderheit von mehreren tausend ultraorthodoxen Juden, die in Teilen den modernen Staat Israel als gotteslästerlich ablehnen, die »Women of the Wall«, die eine egalitäre Gebetspraxis an der Klagemauer einfordern oder die Tempel-Bewegungen, deren Mitglieder auf dem Tempelberg den dritten jüdischen Tempel errichten wollen. Interessant sind auch die ersten filmischen Zeugnisse aus Jerusalem überhaupt, die die Lumière-Brüder 1896 eine osmanisch geprägte Stadt noch vor den großen konfliktreichen Auseinandersetzungen zeigen.

Weitere Infos unter www.jmberlin.de/jerusalem

Katalog zur Ausstellung (264 Seiten, 155 Abbildungen) kostet 39,90, im Museum 29,90 Euro.

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien,unterstützt von der Lotto-Stiftung und der Siemens AG.
 
Eintritt:  8 / 3 Euro 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Jüdisches Museum
Lindenstraße 9-14
10969 Berlin - Friedrichshain-Kreuzberg
 
Telefon:  030 - 25 99 33 00
Email:  info@jmberlin.de
URL:  www.juedisches-museum-berlin.de
 
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