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27.10.2018 - 04.11.2018

"Meisterwerke non finito"


Es gibt eine Vielzahl von Filmen, die aus den vielfältigsten Gründen nie fertiggestellt wurden. Das Filmmuseum Potsdam würdigt zurzeit den geheimnisvollen, unsichtbaren Kanon der unvollendeten Meisterwerke. Mit Hilfe von Dokumentationen, die eine Rekonstruktion wagen, mit Neuauflagen und rekonstruierten Fragmenten sowie in Gesprächen und Einführungen wird ein Blick auf eine andere Filmgeschichte und deren Autoren geworfen. In der Reihe "MEISTERWERKE non finito, Unerzählt - Ungesehen - Unvergessen!" spürt das Filmmuseum Filmen nach, die es gar nicht gibt.

Do., 1.11. | 19 Uhr
Tigrero: A Film That Was Never Made
R: Mika Kaurismäki, Finnland/D/BRA 1994, Dok., OmU, 75'
Einführung: Thembi Linn Hahn
Mit Zigarren und Whisky, Pistole und einer 16mm-Kamera bewaffnet brach Samuel Fuller in den 1950er Jahren für ein Filmprojekt in den Amazonas auf, freundete sich mit den Karaja-Indianern an und filmte deren Lebenswelt. Sein vorgesehener Spielfilm scheiterte, da sich in Hollywood keine Versicherung fand, die für den Schaden hätte aufkommen wollen, wenn dem designierten Filmstar Ava Gardner etwas zugestoßen wäre. Kaurismäkis einfühlsame Dokumentation begleitet Sam Fuller und Jim Jarmusch 40 Jahre später beim Revisiting der Schauplätze und Protagonist*innen. Ein Road Movie voll Empathie für die Karaja-Indianer, aber auch für die Regielegenden Fuller und Jarmusch.

Fr., 2.11. | 19 Uhr
Don Quijote de Orson Welles
R: Orson Welles, Bearbeitung: Jess Franco, E 1992, OmE, 116'
Einführung: Josefine Knuth-Pollok
Die hier gezeigten Bilder sind ein Teil des Vermächtnisses von Orson Welles' nie beendetem Traumprojekt »Don Quixote«. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Produktion und Regisseur beschloss Welles, den Film selbst zu finanzieren. Er arbeitete dabei ohne fertiges Drehbuch, ließ Szenen von den Schauspielern improvisieren und benutzte 16mm-Stummfilm-Equipment - bis ihm das Kapital ausging. Er ließ dennoch nicht von seinem Projekt ab. Als Welles 1985 starb, hinterließ er unzählige Drehbuchseiten, allerdings nur rohes Filmmaterial. Sein Hauptdarsteller war bereits 1969 verstorben.

Sa., 3.11. | 18 Uhr
Lost in La Mancha
R: Keith Fulton, Louis Pepe, GB/USA 2003, Dok., OmU, 93'
Einführung: Josefine Knuth-Pollok
Gezeigt wird Terry Gilliam, wie dieser versucht, seine Cervantes-Adaption auf die Leinwand zu bringen, in der ein moderner Werbemanager in die Vergangenheit versetzt und fälschlicherweise für Quijotes treuen Weggefährten Sancho Panza gehalten wird. Doch die Dreharbeit wird durch Naturkatastrophen und menschliches Versagen unmöglich gemacht. Ursprünglich als Making Of zu einem der teuersten europäischen Filme überhaupt geplant, wurde Lost in La Mancha zur Chronik eines glorreichen Scheiterns.

Sa., 3.11. | 20 Uhr
The Man Who Killed Don Quixote
R: Terry Gilliam, D: Adam Driver, Jonathan Pryce, Stellan Skarsgård, E/F/Belgien/P 2018, OmU, 132'
Nach fast drei Jahrzehnten konnte Terry Gilliam beim diesjährigen Filmfestival in Cannes seine Don-Quijote-Version vorstellen. Nun mit Adam Driver und nicht mehr Johnny Depp in der Hauptrolle.

So., 4.11. | 18 Uhr
Sergej Eisenstein. Mexikanische Phantasie
R: Oleg Kowalow, Russland 1998, OmU, 100'
Einführung: Thembi Linn Hahn
»Que viva México!« ist eines der tragischsten Beispiele für das Scheitern eines Films. Expert*innen sind sich heute einig, dass Eisensteins Herzensprojekt, ein Film über das Leben in Mexiko, sein vielleicht größtes Werk geworden wäre. Doch die Ungeduld des Financiers Upton Sinclair und das Misstrauen Stalins ließen ihn scheitern. Eisenstein konnte sein Material selbst nie sichten oder gar schneiden. Wir präsentieren einen Film von Oleg Kowalov, der zwar - wie andere zuvor - Eisensteins Material verarbeitet, aber eine freie Interpretation darstellt.

So., 4.11. | 20 Uhr
Die Hölle
R: Claude Chabrol, D: Emmanuelle Béart, François Cluzet, Nathalie Cardone, F 1994, 102'
Einführung: Josefine Knuth-Pollok
skw_enfer_kl.jpgUrsprünglich wurde das gleichnamige Script für den Film von Henri-Georges Clouzot geschrieben. Er begann 1964 zu filmen, mit Romy Schneider und Serge Reggiani in den Hauptrollen. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen von Reggiani und Clouzot und anderen Misständen konnte »Die Hölle« nicht vollendet werden. Claude Chabrol adaptierte das Drehbuch und realisierte seine Version dreißig Jahre nach Clouzot mit Emmanuelle Béart und François Cluzet in den Hauptrollen. Dabei übernahm Chabrol lediglich Clouzots Storyline: die krankhafte Eifersucht des Mannes Paul auf seine attraktive Ehefrau Nelly. Chabrol verwarf jedoch die finale Drehbuchfassung und griff dafür auf die Urfassung seines Vorgängers zurück.
Kartenreservierung: 0331-27181-12, ticket@filmmuseum-potsdam.de
 
URL:  www.filmmuseum-potsdam.de/Meisterwerke-non-finito.html


Zur Umkreissuche   Anschrift
Filmmuseum Potsdam
Breite Straße 1A
14467 Potsdam
 
Telefon:  (0331) 27 18 117
Telefax:  (0331) 27181-26
Email:  info@filmmuseum-potsdam.de
URL:  www.filmmuseum-potsdam.de
 
Öffnungszeiten:  Museum:
Di bis So 10 bis 18 Uhr Einlass bis 17.30 Uhr
Kino:
Di bis So 17 und 19 Uhr, Do bis Sa zusätzlich 21 Uhr
Kinderkino:
Mi, Sa & So 15 Uhr
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
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