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22.01.2017 - 01.05.2017

"Im Netzwerk der Berliner Moderne"

Ausstellung über Georg Kolbes Verbindungen zu Persönlichkeiten aus Kunst, Architektur, Politik und Tanz

Georg Kolbe, lange Zeit der angesehenste Bildhauer in Deutschland, würde in diesem Jahr seinen 140. Geburtstag feiern und solch ein rundes Datum ist immer Anlass für eine Ausstellung, die an die Person des Künstlers erinnert. Das Georg Kolbe Museum macht daher zurzeit die zahlreichen Kontakte des Künstlers zu anderen Persönlichkeiten deutlich - und in deren Aufzählung finden sich sehr, sehr viele bekannte Namen. Eine kleine Auswahl: Friedrich Ebert, Karl Schmidt-Rottluff, Ludwig Mies van der Rohe, Paul Cassirer, Walther Rathenau, Vaslav Nijinsky, Walter Gropius, Ernst Barlach, Theobald von Bethmann Hollweg, Ferdinand Sauerbruch, Max Liebermann, Ernst Ludwig Kirchner, August Thyssen, Max Slevogt, Bruno Taut und viele andere hatten auf verschiedene Weise mit Georg Kolbe zu tun.

Ausgestellt sind mehr als 60 Skulpturen, zahlreiche historische Fotografien, Zeichnungen, Gemälde, Briefe und Zeitdokumente aus dem Nachlass des Künstlers. Sie alle erinnern an seine Zeitgenossen und an die vielfältige Politik-, Kunst- und Kulturszene der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.GKM-Portraitbüsten-Georg-Kolbe-Museum-Foto-Enric-Duch.jpg
Portraitbüsten von Georg Kolbe: das versammelte Establishment der Weimarer Zeit ...
Fotos: GKM/Enric Duch


Wer etwas auf sich hielt, wollte sich von Kolbe gern portraitieren lassen, weswegen der Künstler vor allem in der Weimarer Zeit rund 200 Köpfe schuf, die ein hervorragendes Bid seiner Zeitgenossen liefern. Rund 50 dieser Porträtskulpturen sind in der Ausstellung zu sehen, darunter welche des Reichspräsidenten Friedrich Ebert, des Charité-Chirurgen Ferdinand Sauerbruch oder des Kunsthändlers Paul Cassirer.

Auch zu anderen Künstlern hatte Kolbe viele Kontakte, schließlich war er auch in der Berliner Secession und später der Freien Secession aktiv. Die bekannte Tierbildhauerin Renée Sintenis stand ihm als junge Frau Modell, zeitweise arbeitete er im selben Atelierhaus wie Max Beckmann. Mit seinen Freunden Karl Schmidt-Rottluff und Richard Scheibe ging er auf Reisen und mit Max Liebermann oder Ernst Barlach wechselten die Briefe. Auch seine Vorliebe für den Tanz wird nicht nur an seinen meist bewegten Statuen deutlich sondern auch an der Bekanntschaft mit den wichtigsten Tanz-Stars seiner Zeit.

Last, not least fanden sich Kolbes Skulpturen an bedeutenden Gebäuden der architektonischen Moderne, weil ihn Architekten wie Walter Gropius, Bruno Taut oder Hans Poelzig schätzten. Am bekanntesten ist sicherlich der "Morgen", der 1929 in Ludwig Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon aufgestellt wurde. Die Frauenfigur hatte Kolbe zusammen mit einer zweiten ("der Abend") aber für die "Ceciliengärten" in Friedenau hergestellt, wo sie anfangs stand und wo man sich seit zwei Jahrzehnten auch wieder an ihnen freuen kann.

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Der Architekturraum im Georg Kolbe Museum mit dem Räkeln des Morgens ...

Dass sich der Bildhauer sehr für die Architektur interessierte, erkennt man auch an seinem 1928/29 gebauten Atelier-Ensemble in der Sensburger Allee, in dem sich heute das Georg Kolbe Museum befindet. Mal wieder hingehen!

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
 
 
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