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01.06.2018 - 31.08.2018

Fleisch, museal

Über Fleisch wird viel geredet und geschrieben und fast immer geht es dabei ums Essen. Ausgestellt wird unser Material seltener, und manchmal entwickeln sich sogar erbitterte Diskussionen, ob dies denn moralisch zulässig etc.pp. In der neuen Ausstellung des Alten Museums geht es aber um die kulturellen und kultischen Kontexte des Fleisches, denn dieses sei schließlich Kost, Körper und Kult.

FLEISCH_SCHWARZf.jpgDer Tod und das Mädchen, wie sie Hans Schwarz um 1520 gesehen hat. Foto: SMB, Skulpturensammlung und Museum für byzantinische Kunst / Reinhard Saczewski

Wobei man in der Ausstellung das Verhältnis des Menschen zum Fleisch, dessen Entstehen und Vergehen in jeder Hinsicht interdisziplinär angeht. Man suchte sich aus allen möglichen Staatlichen Museen der Stadt archäologische, ethnologische und kunsthistorische Objekte aus und kann damit über einen Zeitraum von 5.000 Jahren darstellen, was die Menschen denn für ein Verhältnis zum "Fleisch" hatten. Das Spektrum reicht dabei von einer Tontafel mit 58 verschiedenen Schweinebezeichnungen der späten Uruk-Zeit (ca. 3300-3000 v. Chr.) bis zu zeitgenössischen Arbeiten von Vanessa Beecroft, Christian Jankowski oder Bruce Nauman.

Wobei gern Gegensätzliches gegenübergestellt wird. So kann man sich beim Thema Essen zum Beispiel historische Jagddarstellungen ebenso ansehen wie ein Video über einen Beutezug im Supermarkt. Der uralten Tontafel mit ihren 58 Schweine-Bezeichnungen stehen eine Bildergeschichte von Ludwig Emil Grimm über das Leben, Sterben und Nachleben einer Sau gegenüber oder nüchterne Beschreibungen aus einem Handbuch für Sanitäts- und Verwaltungsbeamte einer US-amerikanischen Großschlachterei aus der Zeit um 1900. In der Sektion "Fleisch ist Kult" geht es vor allem um Religionen, die gerne Speisevorschriften verbreiten oder Opferrituale pflegen und bei "Fleisch ist Körper" drängen sich politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen auf bis hin zur "Zerfleischung" im Kampf.

Auf jeden Fall stellt die von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus zwölf Berliner Staatlichen Museen erstellte Ausstellung immer wieder Zusammenhänge zwischen Entstehen und Vergehen dar. "Fleisch als Körper bewegt sich zwischen Sterblichkeit, Sexualität und Körperkult", sagen die Ausstellungsmacher.

Zur Ausstellung läuft ein Veranstaltungsprogramm und erscheint eine Publikation.
 
URL:  https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/altes-museum/ausstellungen/detail/fleisch.html


Zur Umkreissuche   Anschrift
Altes Museum
Bodestraße 1-3
10178 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 20 90 50
Telefax:  030 20 90 52 02
Email:  ant@smb.spk-berlin.de
 
Das älteste Ausstellungsgebäude der Stadt wurde zwischen 1823 und 1830 erbaut, beherbergt die Antikensammlung und wurde, nachdem es im 2. Weltkrieg völlig ausbrannte, 1966 wieder aufgebaut.
 
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