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21.11.2018 - 19.05.2019

Biografien der Bilder. Provenienzen im Museum Berggruen

Picasso - Klee - Braque - Matisse

Als Abschluss eines dreijährigen Provenienzforschungs-Projektes zeigen Nationalgalerie und Zentralarchiv im Museum Berggruen eine Ausstellung, die bislang wenig bekannte Biografien ausgestellter Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen u. a. von Pablo Picasso, Paul Klee, Henri Matisse und Georges Braque erzählt. Man kann dabei erfahren, wie Kunstwerk populär wurden, wem sie gehörten und wie sie ihre Besitzer wechselten.
PaulKlee_Lebkuchenbild.jpgPaulKlee_Lebkuchenbild_Rueckseite_.jpgLinks das 1925 von Paul Klee gemalte "Lebkuchenbild", rechts seine Rückseite mit verschiedenen Provenienzhinweisen. Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger

Ausführliche Biografien ausgewählter Kunstwerke veranschaulichen die einzelnen Themengebiete. Der wissenschaftliche Alltag des Provenienzforschers kann unter anderem durch die Begutachtung von Werk-Rückseiten mit Hinweisen zur Provenienz nachvollzogen werden. Sämtliche erforschte Kunstwerke erhalten Objektschilder mit Provenienzketten, die auch ausführlich und mit allen Nachweisen im Ausstellungskatalog dokumentiert sind. Im Fokus der Ausstellung stehen die Provenienz der Kunstwerke und ihre Besitzergeschichte vor 1945. Die Sonderausstellung ist Anlass für eine umfangreiche Umhängung der Werke, die sich sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ausstellungsräume in neuen Konstellationen präsentieren.

Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Ausstellung wurden im Rahmen eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projektes geschaffen. Darin wurden von 2015 bis 2018 die Provenienzen von 135 Werken aus der ehemaligen Privatsammlung von Heinz Berggruen untersucht, die sich heute im Eigentum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden und die vor 1945 entstanden. Es handelt sich um Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen von Pablo Picasso, Paul Klee, Henri Matisse, Georges Braque und Henri Laurens. Die Provenienzen dieser Werke wurden in den drei Jahren systematisch untersucht, um NS-verfolgungsbedingt insbesondere aus jüdischem Besitz entzogenes Kulturgut zu ermitteln.

Bis zum Projektende konnte bei rund zwei Dritteln (83 Werke) des Forschungsbestandes ein NS-verfolgungsbedingter Verlust ausgeschlossen oder als höchst unwahrscheinlich eingestuft werden. Im Jahr 2015 war dies nur für 38 Werke möglich gewesen. Bei vier Werken (von Pablo Picasso) konnte festgestellt werden, dass sie bei jüdischen Sammlern in Frankreich beschlagnahmt wurden: "Sitzender Akt, sich den Fuß trocknend" (1921) und "Der gelbe Pullover" (1939) gehörten ehemals zur Sammlung Paul Rosenberg, "Kopf einer Frau" (1906-07) und "Stillleben mit blauer Gitarre" (1924) zur Sammlung Alphonse Kann. Alle vier Werke wurden direkt nach dem Krieg als NS-Raubkunst an die rechtmäßigen Eigentümer restituiert. Sie gelangten erst später in die Sammlung von Heinz Berggruen.

 
URL:  www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-berggruen/ausstellungen/detail/biografien-der-bilder-provenienzen-im-museum-berggruen.html


Zur Umkreissuche   Anschrift
Museum Berggruen
Schloßstraße 1
14059 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  030 - 32 69 58 15
Telefax:  030 - 32 69 58 19
URL:  www.smb.museum/mb
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
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