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28.04.2018 - 26.08.2018

Hello World - Revision einer Sammlung

Die neue Ausstellung im "Musum für Gegenwart" ist eine "kritische Untersuchung der Sammlung der Nationalgalerie und ihrer vorwiegend westlichen Ausrichtung. Wie sähe sie heute aus, hätte ein weltoffeneres Verständnis ihren Kunstbegriff und ihre Entstehung geprägt? Wie würde sich eine Erweiterung und Vervielfältigung der Perspektiven auf den Kanon und die kunsthistorischen Narrative auswirken?" HelloWorld_Agora_III_Bruns.jpgEine Ansicht der neuen Ausstellung "Hello World. Revision einer Sammlung" / Agora im Hamburger Bahnhof. Foto: © Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin / Thomas Bruns

Nun ist die Sammlung immer das Fundament eines Museums, und sie wird geprägt von politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. In der Nationalgalerie (mit Alter und Neuer Nationalgalerie, Museum Berggruen, Sammlung Scharf-Gerstenberg und Hamburger Bahnhof) reichen die Bestände vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, abwechslungsreicher kann Geschichte also kaum sein - jedenfalls reicht sie hier von der erzwungenen nationalen Ausrichtung bis zur Vermeidung der deutschen Sprache schon im Ausstellungstitel. Dies und die ganzen Stufen dazwischen will die Ausstellung verdeutlichen. In der Sprache der Ausstellungsmacher: "Sie spielt auf historische Museumsmodelle ebenso an wie auf aktuelle, in die Zukunft weisende Museumskonzeptionen. Sie zeigt alternative und hybride Verständnisse von Kunstproduktion, untersucht blinde Flecken in der Geschichtsschreibung sowie Konsequenzen des Kolonialismus und stellt Zusammenhänge her, die ein Aufbrechen des westlichen Kanons vorantreiben. Und sie wirft die Frage auf: Wie kann die Nationalgalerie die hier vorgestellten, kuratorisch vielstimmigen Entwürfe zum Umgang mit den Beständen künftig weiterentwickeln, um dem weltweiten künstlerischen Austausch gerecht zu werden?"
HelloWorld_Menschenrechte des Auges_Bruns.jpgEin weiterer Blick "Menschenrechte des Auges" Foto: © Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin / Thomas Bruns © 2018 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York

Gut 200 Werke aus den Beständen der Nationalgalerie werden durch etwa 150 Leihgaben anderer Berliner Museen ergänzt, hinzu kommen rund 400 Objekte aus nationalen und internationalen Sammlungen. In der echt bunten Mischung sind Arbeiten von etwa 250 Kunstschaffenden vertreten, und wenn man lesen will, was für unterschiedliche Namen es auf der Welt geben kann, ist die Liste der Kurator(inn)en eine gute Lektüre. Um die Verunsicherung über Identität zu fördern, finden auch noch zahlreiche Performances, Workshops, Diskussionen, Konzerte, Künstlergespräche und Führungen statt. Zur Hilfe dient ein "Unvollendetes Glossar", das die Veranstaltungen nach elf Begriffen strukturiert und alternative Wege der Rezeption der Ausstellung vorschlägt. Gefördert wird die Ausstellung der Nationalgalerie von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen einer Initiative "Museum Global".HelloWorld_Murayama.jpg

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Und hier zwei Arbeiten, die die Schwierigkeiten des Ausstellungsthemas verdeutlichen: Das Bild oben zeigt die 1925 geschaffene "Konstruktion"《コンストルクチオン》 von Tomoyoshi Murayama. Der japanische Schriftsteller studierte ab 1922 aber Kunst in Berlin, schätzte Kandinsky und den Konstruktivismus ... Foto: © The National Museum of Modern Art, Tokio (Schenkung Hama Tokutaro) / Norihiro Ueno

Links die "Rehjagd", die Walter Spies 1932 malte. Der in Russland geborene deutsche Maler lebte und arbeitete auf Bali. Austausch-Notiz am Rande: Im Krieg wurde er von den niederländischen Behörden interniert und nach Ceylon verschifft. Nach japanischer Bombardierung des Schiffes lies man Spies mit 410 anderen internierten Deutschen absichtlich untergehen. Foto: © 2012 Adrian Vickers. Nachdruck aus "Balinese Art" von Adrian Vickers. Herausgegeben von Tuttle Publishing, Periplus Editions (HK) Ltd
 


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Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart
Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 39 78 34 12
Email:  hbf@smb.spk-berlin.de
URL:  www.smb.spk-berlin.de
 
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