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Olympiastadion

Erfahren Sie mehr über die bewegte Geschichte dieses imposanten Bauwerks.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände des heutigen Olympiastadions im Berliner Westen für sportliche Zwecke genutzt. Regelmäßig traf sich dort die High Society zu Pferderennen. Nach einer erfolgreichen Bewerbung für die Olympischen Spiele 1916 wurde das Gelände zu einer richtigen Sportanlage ausgebaut. Nach Vorgaben des Architekten Otto March wurde ein Stadion errichtet, dass die alte Pferdesportanlage erhielt und zusätzlich ein Schwimmstadion beinhaltete. Schnell entwickelte sich das Deutsche Stadion, wie es genannt wurde, zum Zentrum des Deutschen Sports. Nach Ausbruch des ersten Weltkriegs im Jahre 1914 wurden die Olympischen Spiele abgesagt, das Stadion geschlossen und erst im Jahre 1916 wieder zugänglich gemacht.

Das Deutsche Stadion bot den sportbegeisterten Berlinern allerdings keine Übungsplätze und Trainingsbahnen. Deshalb reichte Carl Diem Ende 1924 einen Erweiterungsplan ein. Das Vorhaben wurde schnell unter dem Namen Sportforum bekannt und am 16. September 1925 vom Vorstand des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen auf den Namen "Deutsches Sportforum" getauft.

Als Ende der 20er Jahre die Pläne für die erneute Olympiabewerbung für 1936 reiften, reichte Werner March, Sohn des ursprünglichen Architekten des Deutschen Stadions, Pläne ein, die eine Vergrößerung des Stadions vorsahen. Als die Entscheidung 1931 tatsächlich auf Berlin als zukünftigen Austragungsort fiel, wurde die Umsetzung der Pläne schnell in Angriff genommen.

Nach einigen Unstimmigkeiten wurde mit Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 der Umbau des Stadions sehr gefördert. Hitler erkannte die enorme Propagandawirkung, die mit den Spielen erzielt werden konnte, und stellte für den Bau Mittel in Höhe von sechs Millionen Mark zur Verfügung. Ferner veranlasste er die Umbenennung in Reichssportfeld.

Die umfangreichen Umbaupläne konnten nur mit großem personellem Aufwand bis zum Beginn der Spiele realisiert werden. Permanent wurde in zwei Schichten gebaut, zeitweise waren 500 Firmen mit 2600 Arbeitern auf der Baustelle beschäftigt. Demzufolge schossen auch die Kosten in die Höhe und werden auf 27 Millionen Mark geschätzt. Doch zur Eröffnung der XI. Olympischen Sommerspiele am 1. August 1936 konnte das neue Stadion präsentiert werden.

Obwohl Berlin sich bei den Spielen von seiner besten Seite zeigte standen sie unter dem Schatten des Regimes der Nationalsozialisten. Zwar hatte Hitler zugesichert, auch farbige Sportler teilnehmen zu lassen und antisemitische Übergriffe während der Dauer der Spiele zu vermeiden, doch bemerkten ausländische Journalisten das wahre Gesicht der NSDAP hinter der geschönten Fassade. Trotzdem bleiben die sportlichen Erfolge der Spiele, allen voran die Leistungen von Jesse Owens, der insgesamt vier Goldmedaillen mit nach Hause nehmen konnte, in Erinnerung. In der inoffiziellen Nationenwertung führten die Deutschen Sportler mit einem Vorsprung von 9 Goldmedaillen vor den USA.

In den kommenden Jahren wurde das Stadion für den paramilitärischen SA-Sport und einige Großveranstaltungen genutzt. Dies wurde auch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges fortgesetzt, indem dort "Kriegsmeisterschaften" (HJ- und Wehrmachtssportfeste ) ausgetragen wurden.

Als sich die Bombenangriffe der Alliierten ab 1943 häuften werden die Katakomben und Nebengebäude des Stadions als Zufluchtsort für den Großdeutschen Rundfunks und als Munitions- und Vorratslager genutzt. Nach Ende des Krieges wurden zunächst Teile des Geländes von der sowjetischen Armee besetzt, das Schwimmstadion allerdings bereits im Juni 1945 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Als jedoch am 1.Juli eine britische Einheit das Reichssportfeld besetzte musste der Betrieb wieder eingestellt werden.

Erst 1949 ging das Olympiastadion, wie es 1950 getauft wurde, an den Berliner Senat zurück. Mitte der 50er Jahre wurde der Glockenturm, der von den Briten wegen Einsturzgefahr gesprengt worden war, auf Betreben des Architekten Werner Marchs wieder errichtet.

In den folgenden Jahrzehnten wurden viele kleinere Umbauten vorgenommen, die jedoch nicht daran vorbeiführten, dass im Jahre 1998 der Senat eine grundlegende Sanierung des maroden Olympiastadions beschloss. Der Umbau erfolgte in den Jahren 2000-2004. Die historische Öffnung am Marathontor zum Maifeld und Glockenturm hin wurde hierbei erhalten.

Seit dem Umbau haben zahlreiche Veranstaltungen im Olympiastadion stattgefunden. 2006 wurde das Endspiel der Fußball Weltmeisterschaft ausgetragen, regelmäßig finden die Spiele von Hertha BSC und zahlreiche Konzerte statt.

Quelle: Olympiastadion Berlin



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